
Eine neue wissenschaftliche Studie zeigt, dass südliche Glattwale (Eubalaena australis) selbst bei Einhaltung bestehender Regeln sensibel auf Boote reagieren, insbesondere Mutter-Kalb-Paare in ihren wichtigsten Rückzugsgebieten vor der brasilianischen Küste.
Mithilfe von Drohnen und Theodoliten konnten die Verhaltensänderungen der Tiere erstmals besonders präzise erfasst werden. Die Ergebnisse sind eindeutig: In Anwesenheit von Booten schwimmen die Tiere schneller, verändern ihre Bewegungsmuster und reduzieren Verhaltensweisen, die für die Entwicklung der Kälber wichtig sind.
Besonders kritisch ist, dass die aktuell geltende Mindestdistanz von 120 Metern nicht ausreicht, um diese Effekte zu vermeiden. Erst ab einer Distanz von etwa 160 Metern nähern sich die Verhaltensweisen wieder einem natürlichen Zustand an.
Die Studie entstand im Rahmen eines Masterprojekts an der Universidade Estadual de Maringá in Brasilien und liefert eine wichtige wissenschaftliche Grundlage für die Weiterentwicklung von Managementmaßnahmen im Whale Watching bei Glattwalen.
Möglich wurde diese Forschung durch YAQU PACHA mit Unterstützung von Zoomarine Portugal, Tiergarten Nürnberg und Zoo Duisburg.
YAQU PACHA verfolgt dabei einen klaren Ansatz: Wissenschaft als Grundlage für wirksamen Schutz.
Nur durch belastbare Daten lassen sich nachhaltige Entscheidungen treffen – für Tiere, Lebensräume und Menschen.
Die Botschaft ist klar: Whale Watching kann Teil der Lösung sein – aber nur, wenn wir die Grenzen der Tiere respektieren.


