Forschung über Habitatnutzung

T. truncatus gephyreus Laguna – Passives akustisches Monitoring zur Analyse von Unterschieden in der Habitatnutzung

Eine kleine, ortsansässige Population an Großen Tümmlern der Unterart Gephyreus (T. truncatus gephyreus) in Laguna an der südbrasilianischen Atlantikküste hat es gelernt, mit lokalen Fischern auf kooperative Weise zu jagen. Die Delfine halten sich in der Nähe der Fischereigebiete auf und laufen nachts Gefahr, sich in von Fischern ausgebrachten Stellnetzen zu verfangen. Diese Stellnetze werden nachts eingesetzt um Welse zu fangen und sie stellen die hauptsächliche, nicht natürliche Todesursache der Delfine dar. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie sollen nun erstmals 10 kostengünstige autonome Audiorekorder aus dem terrestrischen Bereich für den Einsatz in der Walforschung eingesetzt werden. Mittels dieser Rekorder sollen Bereiche erfasst werden, in denen Stellnetzfischerei und Delfinhabitat überlappen, um gezielt Managementpläne entwickeln zu können, mittels derer Beifang reduziert werden kann.

Im Zuge des Forschungsprojektes, welches von YAQU PACHA finanziert wird, wurde bereits ein wasserdichtes Gehäuse für den Rekorder entwickelt. Dieses wurde anschließend optimiert und als Datei für 3D-Drucker hinterlegt. Diese Variante kann leicht von anderen Wissenschaftlern repliziert werden, indem die digitale Version weitergegeben und vor Ort ausgedruckt wird. Neben dieser optimierten Gehäuseversion wurde auch ein passendes Verankerungssystem entwickelt und getestet. 

Gegenwärtig wird die Produktion von 10 Solo-Rekordern abgeschlossen. Währenddessen wurden mit zwei bereits zuvor fertig gestellten Rekordern erste Daten im Freien gesammelt. Bisher konnten bereits 140 unterschiedliche Pfeiftöne aufgenommen werden, von denen zwei als sogenannte „signature-whistles“ identifiziert werden konnten. Diese können nun gezielt zur Identifikation von Delfinen im entsprechenden Gebiet verwendet werden.

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