Bericht aus Brasilien von Lea Pöllmann

Letzte Woche durfte ich an mehreren Stranduntersuchungen teilnehmen. Was ich dabei erlebt habe, hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen und eine große Frage über Wale und Delfine aufgeworfen: Warum sterben so viele von ihnen in einem so alarmierenden Ausmaß?
Professor Eduardo Secchi konnte mir Antworten geben, aber zunächst einmal:
Warum überwachen wir den Strand?
Bei Stranduntersuchungen suchen wir nach gestrandeten Tieren. Die Aufzeichnungen über gestrandete Tiere geben nicht nur Aufschluss über die Sterblichkeit von Meeressäugern, sondern liefern uns auch wertvolle Informationen über das allgemeine Vorkommen der verschiedenen Arten.
Wenn wir zum Beispiel einen gestrandeten Delfin finden, bestimmen wir seine Art, nehmen Messungen vor und suchen nach äußeren Anzeichen, die uns helfen könnten, die Todesursache zu bestimmen. Eines dieser möglichen Anzeichen ist ein Fischernetz, das sich um den Körper des Tieres gewickelt hat. Und hier haben wir die erste von vielen Antworten auf meine Ausgangsfrage: Der Beifang in der Fischerei stellt eine große Gefahr für Meeressäuger dar. Die häufigste Todesursache für Franciscana- und Große Tümmler in Südbrasilien sind Verwicklungen in küstennahen Kiemennetzen.
Nachdem wir diese Daten gesammelt haben, führen wir Nekropsien durch und entnehmen Proben von Haut, Speck, Zähnen oder ganzen Organen. Durch die Entnahme von Proben können wir unter anderem den Grad der chemischen Verschmutzung bestimmen, der ein Delfin ausgesetzt war. Persistente organische Schadstoffe (POPs) sind Nebenprodukte industrieller Prozesse und haben bekanntermaßen erhebliche Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit und die Immunfunktion von Walen. POPs sind in der Umwelt sehr stabil und finden sich in der Speckschicht von Delfinen. Auf dem Weg nach oben in der Nahrungskette nimmt die Konzentration von POPs zu und erreicht bei Spitzenprädatoren wie Delfinen die höchsten Werte.
Wie Sie sehen können, gibt es eine unendliche Menge an Daten, die aus der Überwachung der Strände Brasiliens gewonnen werden können. YAQU PACHA ist sich bewusst, dass diese Daten von entscheidender Bedeutung sind, um zu verstehen, wie sich anthropogene Aktivitäten auf Meeressäuger auswirken und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um ihre Auswirkungen zu verringern. Aus diesem Grund ermöglicht YAQU PACHA ECOMEGA FURG seit 2011 die Durchführung von Stranduntersuchungen und setzt diese mit großem Engagement fort.
Bericht von Lea Pöllmann

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