YAQU PACHA engagiert sich gegen das Delphinsterben in Brasilien

Es ist eines der größten Delfinsterben, das Brasilien in den letzten Jahrzehnten erlebt hat. Seit November 2017 sind vor der Küste Rio de Janeiros 169 Sotalia-Delfine (Sotalia guianensis) tot aufgefunden worden. YAQU PACHA e.V. unterstützt Dr. Leonardo Flach von der Organisation Instituto Boto Cinza finanziell, um die toten Delfine zu bergen, die genauen Todesursachen zu untersuchen, und um letztendlich die Population in den kommenden Monaten zu überwachen.

Neben den bekannten 169 toten Sotalia-Delfinen dürfte die tatsächliche Zahl der Todesfälle beträchtlich höher ausfallen. Ein großer Teil der toten Delfine wird nicht angespült, sondern verbleibt im Meer. Viele tote Sotalias wurden vor allem in der Bucht von Sepetiba, die durch Schiffsverkehr und Industrieabfälle besonders belastet ist, gefunden.

Erste Untersuchungen der Kadaver haben ergeben, dass eine Virusinfektion der Grund für das Massensterben sein soll. Vom Morbillivirus, der u.a. auch für die Rinderpest verantwortlich ist, gibt es auch zwei Arten, die Meeressäugern gefährlich werden können. In den letzten 25 Jahren hat dieser Delfin-Morbillivirus verschiedene Delfinpopulationen stark dezimiert. Das durch den Virus verursachte Delfinsterben wurde bis dato vor Australiens Küste, der Ostküste USA und im Mittelmeer registriert. Die Folge einer solchen Viruserkrankung sind für die Delfine Hautläsionen, Lungenentzündungen und Entzündungen unter anderem des Gehirns.

Der aktuelle Massenausbruch des Virus vor Brasilien könnte zur Folge haben, dass bis zu 80 Prozent der gesamten Sotalia-Population in den nächsten Wochen sterben könnte. Dadurch wäre diese lokale Population des Sotalia-Delfins stark bedroht.

Aktuelle Sichtungen von Dr. Pedro Fruet, Mitarbeiter von YAQU PACHA in Brasilien, der noch lebenden Sotalias zeigen, dass mindestens die Hälfte aller beobachteten Tiere in sehr schlechter, körperlicher Verfassung ist. Pedro Fruet: „Wir müssen in den nächsten Wochen noch mit mehr und mehr toten Tieren rechnen“.


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