Vaquita-Rettungsaktion gestartet

Das Projekt zur Rettung des Vaquita-Schweinswals ist am Mittwoch, 11. Oktober 2017, in San Felipe, Mexiko, angelaufen. Ziel ist es, diese kleine Schweinswalart vor dem Aussterben zu bewahren.

Konkret wird versucht, in den nächsten Wochen so viele Vaquitas wie möglich zu fangen, in Sea Pens, also Wasserbassins im Meer, zu überführen und an die neuen Lebensbedingungen zu gewöhnen. Das Team der Rettungsaktion setzt sich aus über 80 Fachleuten zusammen, darunter sind führende Spezialisten für Schweinswale, den Schweinswal- und Delphinfang, Delphinmanagement, Schweinswal-Rehabilitation und Veterinärmedizin. Die Fachleute kommen aus Mexiko, Kanada, den USA, Dänemark und den Niederlanden.

Sofern die Wetterbedingungen es erlauben, läuft die Aktion bis Ende November 2017. Laut Dr. Lorenzo Rojas Bracho, Koordinator des Projekts, ist diese Aktion „die einzige und letzte Chance um den Vaquita vor der Ausrottung zu bewahren“. Als letzten Schritt sollen die Vaquitas wieder im ursprünglichen Verbreitungsgebiet ausgewildert werden. Dafür ist es jedoch erforderlich, dass zuerst die illegale Fischerei beendet wird und alle im Meer treibenden, sogenannten Geisternetze geborgen werden.

Von den insgesamt benötigten fünf Millionen Dollar, die für die Umsetzung der ersten Projektphase benötigt werden, wurden bisher 4,7 Millionen gesammelt. Um die restlichen 300 000 Dollar aufzubringen, starteten wir, gemeinsam mit dem Tiergarten Nürnberg und dem Verein der Tiergartenfreunde Nürnberg Ende Juni 2017 die erste Vaquita Kampagne im deutschsprachigen Raum.

Das Ziel der Kampagne ist es, auf die Probleme des Vaquita hinzuweisen und das Projekt mit Wissen und eigens dafür eingeworbenen Geldern zu unterstützen. Dazu finanzieren wir den Einsatz des holländischen Schweinswalexperten Niels van Elk als leitenden Tierarzt der Vaquita-Fangaktion. Insgesamt wurden bereits 70 000 Euro für das Projekt gesammelt. Darüber hinaus versuchen nun alle drei Partner, Zoos nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa für das Projekt zu gewinnen. Es wird angestrebt, bis Ende des Jahres 2017 die noch fehlende Summe von 300 000 US-Dollar aufzubringen. Unterstützer sind etwa die Wilhelma in Stuttgart, der Berufsverband der Zootierpfleger e.V., der Zoo Beauval in Frankreich und der Rancho Texas Lanzarote Park in Spanien.

Die Kosten für die ersten Phasen der Fangaktion belaufen sich auf fünf Millionen Dollar. Dieses Geld wird für Personal, Baukosten und Logistik wie auch Genehmigungen benötigt. An Personal werden Teams für die Boote und den Fang, die Versorgung und medizinische Betreuung der Tiere sowie eine 24-Stunden-Überwachung benötigt. Es werden Schweinswal-taugliche Netze, Transportboxen, Fangvorrichtungen, Sea Pens für die Erstaufnahme der Tiere, Land-Pools für Notfälle mit Wasseraufbereitung, Fischzuchtanlagen für Futterfische und anderes mehr benötigt. Darüber hinaus braucht es zum Beispiel Genehmigungen der mexikanischen Behörden für die Intervention internationaler Schiffe mit internationalen Teams in mexikanischen Gewässern, Fang- und Haltungsgenehmigungen.

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