Projekt »Amazonas-Delfin«

Flussdelfine gehören zu den am stärksten bedrohten Delfinarten weltweit. Die Errichtung von Staudämmen, Kontamination der Gewässer, Lebensraumverlust, Beifang und gezielte Tötung sind die grössten Gefahren.

Von der gezielten Tötung direkt betroffen ist seit einigen Jahren der Amazonas-Delfin (Inia geoffrensis). In Brasilien werden jährlich bis zu 1.500 Tiere getötet, weil ihr Fleisch sehr begehrt ist. Aber nicht, weil Menschen es essen, sondern vielmehr, weil das Inia Fleisch als Köder benutzt wird, um einen etwa 45 cm langen Wels (Calophysus macropterus) zu fangen.

Die Nachfrage nach diesem Welsfleisch ist besonders in Kolumbien stark angestiegen und führt dazu, dass immer mehr Delphine getötet werden. Der schnelle Profit lockt immer mehr Fischer an den Fluss. Laut Aussagen der Wissenschaftlerin Vera da Silva (INPA, Manaus) ist die Anzahl der an dieser Fischerei beteiligten Kommunen signifikant gestiegen. Erste Bestandszählungen zeigen bereits, dass bestimmte lokale Populationen des Amazonas-Delfins rückläufig sind.


Ein über 5 Jahre angelegtes Gemeinschaftsprojekt von YAQU PACHA, dem Zoo Duisburg und der brasilianischen Institute INPA (Instituto Nacional des Pesquisas da Amazonia) und AMPA (Associação Amigos do Peixe-Boi) unter der Leitung von Dr. Vera da Silva soll dazu dienen, die Problematik genauer abzugrenzen um gezielt Schutzmassnahmen zu entwickeln.


Langfristige Kernaufgaben dieses Projektes sind:

  • Erfassung der wahren Problematik in Zahlen
  • Aufklärung in der Bevölkerung und Umweltbildung
  • Reglementierung und Kontrolle der Fischerei
  • Schaffung alternativer Einnahmequellen für die Fischerkommunen