La Plata-Delfin

Der La Plata-Delfin (Pontoporia blainvillei) ist mit maximal 1,70 m Körperlänge und 45 kg Körpergewicht eine der kleinsten Delfinarten. Er hat eine graubraune Färbung, wobei der Rücken meist etwas dunkler als der Bauch ist. Der Kopf ist sehr rund und der Schnabel ist aussergewöhnlich schlank und lang. Im Verhältnis zur Körperlänge ist dies der längste Schnabel aller Delfinarten. Die Finne ist dreieckig mit abgerundeter Spitze und im Vergleich zu den anderen Flussdelfinarten gut ausgebildet. Die Flipper sind extrem breit.

Obwohl zu den Flussdelfinen gehörend, ist der La Plata-Delfin eine überwiegend marine Art. Sein Verbreitungsgebiet beschränkt sich auf die Küstengebiete atlantischer Gewässer Südamerikas von Espirito Santo, Brasilien bis zur Halbinsel Valdez, Argentinien. Die Tiere bevorzugen flache Küstengewässer und werden selten in Wassertiefen von über 20 Metern gesehen.

Vom Verhalten her sind La Plata-Delfine eher scheu und unauffällig und es fehlen die für viele Delfinarten typischen akrobatischen Sprünge. Sie leben in kleinen Gruppen von bis zu fünf Tieren, werden aber meistens nur als Einzeltiere gesichtet. Die Tragzeit beträgt ca. 10 bis 11 Monate. Die Kälber werden überwiegend in den Monaten von November bis Januar geboren und anschliessend ca. 9 Monate von der Mutter gesäugt. La Plata-Delfine schwimmen häufig auf dem Rücken oder auf der Seite liegend. Dieses Verhalten ist auch bei anderen Flussdelfinen beobachtet worden und wird mit dem Echoortungsverhalten der Tiere in Verbindung gebracht. Aufgrund der Ausstrahlungsrichtung der Echoortungs-Clicks (dorso-frontal) und der Nahrungssuche der Delfine, ist diese Schwimmposition äusserst sinnvoll um Beute auf dem Meeres- bzw. Flussboden aufzuspüren.


Gefahren

Da La Plata-Delfine überwiegend in Küstennähe leben, sind sie besonders empfindlich gegenüber anthropogenen Einflüssen. Die zunehmende Verschmutzung der Gewässer durch toxische Chemikalien und die regionale Fischereiindustrie haben die Population in den letzten Jahrzehnten stark reduziert. Besonders die Küstenfischerei und die dadurch bedingte hohe Anzahl an Beifangopfern ist besorgniserregend. Durch Überfischung seiner Beutefische wurde der La Plata-Delfin bereits aus einigen Arealen des ursprünglichen Verbreitungsgebietes vertrieben.

Mittlerweile ist der La Plata-Delfin die bedrohteste Delfinart in Südamerika.